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Gastgeber Backnang freut sich doppelt

Backnangs Tänzer jubilieren. Erstens weil die TSG-Abteilung 25. Geburtstag feiert. Zweitens weil die Lokalmatadoren Birgit und Manfred Haerer bei der Deutschen Meisterschaft im Standard der Senioren II Klasse S den Heimvorteil nutzten. Im Rahmen des Jubiläumsballs erreichten sie mit Rang elf die beste Platzierung bei nationalen Titelkämpfen.

Präsentierte sich sehr gut: Das Backnanger Standardpaar Birgit und Manfred Haerer. Es tanzte auf Rang elf und erreichte seine bislang beste Platzierung bei einer deutschen Meisterschaft. Foto: C. Breiner

Von Uwe Flegel
Als Fußballer des FC Viktoria Backnang zählte Manfred Haerer in der Verbands- und Landesliga einst zu jenen, denen eine Pferdelunge bescheinigt wurde. Die Kickstiefel hat er nun schon vor einigen Jahren an den Nagel gehängt, doch ein Altherrensportler ist der ehemalige Kapitän des FCV trotzdem noch nicht. Im Gegenteil. Auch im Standardtanz bedarf es außerordentlicher Ausdauer. Von 11 bis kurz vor 23 Uhr wirbelte er und seine Frau Birgit übers Parkett. Fünf Mal galt es die fünf geforderten Tänze Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstepp zu präsentieren. Ausdauer war gefragt. Zumal für die Backnanger erst im Halbfinale Schluss war.

„So weit sind wir noch nie gekommen“, freute sich Manfred Haerer über Rang elf. Ursprünglich hatte das Ziel gelautet: Unter die besten 24 zu kommen. Das wurde mit 40 von 45 Kreuzen von den Wertungsrichtern problemlos erreicht. Es ging sogar noch eine Runde weiter unter die ersten zwölf. Nur das Finale mit den besten sechs Paaren blieb dem TSG-Duo verwehrt. Ein Problem war das für den Backnanger nicht. Denn: So gut waren er und seine Frau noch nie. Überhaupt „ging es für uns bislang jedes Jahr nach oben“. Bei der deutschen Meisterschaft im Vergleich zum Vorjahr zum Beispiel gleich um sechs Plätze.

Im Bürgerhaus sicher auch dank der Unterstützung drumherum. So gab’s von den Trainern Rolandas Trembo, Anita Pocz und Landestrainer Klaus Bucher vor Ort immer wieder Tipps und Korrekturen. Ein Genuss, in den das TSG-Paar bei anderen Turnieren nicht kommt. „Das hat schon viel geholfen“, lobte Haerer die Betreuung und schloss die Anfeuerung der vielen Fans mit ein.

Wie gut die Leistung der beiden Backnanger war, zeigte die Besetzung der Finalrunde. Dort waren fast nur Weltmeister, mehrfache Deutsche Meister und Paare von der Spitze der Weltrangliste versammelt. Den Titel sicherten sich zum dritten Mal Michael und Beate Lindner (Darmstadt), die die amtierenden Weltmeister Heinz-Josef und Aurelia Bickers (Rödermark) auf Rang zwei verwiesen. Auf dem dritten Rang landete das Paar Bernd Farwick/Petra Voosholz (Greven).

Nicht ganz so gut wie für die Haerers lief es für Viktor und Nelli Laukart, das zweite TSG-Duo. Sie verpassten in der Vorrunde nur hauchdünn den Einzug in die erste Zwischenrunde.

Die beiden Standardpaare waren aber nicht die einzigen Backnanger, die sich im Bürgerhaus präsentierten. Schließlich fand die Deutsche Meisterschaft im Rahmen des Jubiläumsballs der 300 Mitglieder starken Abteilung statt. So durften die rund 60 Talente der Kinder- und Schülergruppen ebenso zeigen, was sie können, wie die Bundesliga-Lateinformation. Und der gab Abteilungsleiter Zoran Jovanovic die Zielsetzung für die neue Saison gleich mit auf den Weg: „Sofortiger Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga.“ Eine klare Ansage. Die gab’s außerdem von Horst Adam, dem Vorsitzenden der TSG Backnang 1846, der dem Geburtstagskind bescheinigte, dass er sich seinen Verein ohne die Tanzsportabteilung nicht mehr vorstellen kann. Und Lob gab’s auch von Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper: „Was die TSG geleistet hat, kann man mit Fug und Recht als Backnanger Tanzwunder bezeichnen.“

Christian Breiner - 05.06.2011


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