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22. German Open Championship

(cb) Stuttgart – Bereits zum fünften Mal war die Landeshauptstadt Austragungsort des größten Tanzsportturnieres der Welt. Als Backnanger Vertretung ging das Ehepaar Peter und Karin Maier in der Senioren 2 und 3 Standard Klasse an den Start.
   
Für die Amateure stellen die German Open Championship (GOC) eines der wichtigsten Turniere des Jahres dar. Dies gilt aber nicht für die Professionals, von denen einige den Urlaub oder das Feriencamp der GOC vorzogen. Dennoch zeigten sich die Veranstalter zufrieden. An fünf Tagen gingen fast 5.000 Paare aus 46 Nationen an den Start. Somit erreichten die Veranstalter im Vergleich zum Vorjahr erneut einen Teilnehmer Zuwachs. Demnach stellt die GOC den weltweit größten internationalen Tanzwettbewerb dar. Auch das Backnang Paar Peter und Karin Maier fand den Weg zur Alten Reithalle des Maritim Hotels in Stuttgart. Nach dem Aufstieg in die A-Klasse vor 25 Jahren, damals noch in der Hauptgruppe, beendete das Paar vorerst seine Tanzkarriere. Nach dieser langen Pause packte sie nun erneut das Tanzfieber. Mit neuem Outfit und einiger Lebenserfahrung später erfüllten sich die Backnanger mit dem Start bei den GOC einen langen Traum. Dementsprechend hoch war die Nervosität vor dem ersten Turnierstart am Dienstag. In der GOC Senioren III Standard Klasse musste sich das Paar in einer wunderschönen Kulisse mit 130 anderen Paaren messen. Teilnahmeberechtig waren hierfür alle Tanzpaare, welche mindestens in der A-Klasse tanzen und der ältere nach 1953, beziehungsweise der jüngere Partner nach 1963 geboren wurde. Aufgeteilt in zehn Gruppen fand die erste Runde vor zahlreichen Besuchern statt. Auch der Präsident des Deutschen Tanzsportverbandes Franz Allert befand sich unter diesen. Von der Atmosphäre begeistert, freute sich das TSG Paar auf den ersten Langsamen Walzer des Turnieres. Mit 12 Paaren auf der Fläche konnte sich das TSG Paar gut in Szene setzen. Allerdings merkte man dem neuen Standardpaar an, dass nach so langer Zeit die Turniererfahrung fehlt. So mußten sie immer wieder ihren Schwung unterbrechen um neu zu beginnen. Auch im Tango begann das Backnanger Paar dominant und zielstrebig, konnte sich jedoch nicht durchgängig souverän präsentieren und kam etwas aus dem Rhythmus. Auch in den restlichen drei Tänzen begannen Karin und Peter Maier schwungvoll die Tänze, konnten dies aber nicht über die ganze Länge der Tänze durchhalten. Nach der Vorrunde war für das Backnanger Paar das Turnier mit Platz 106 von 130 gestarteten Paaren bereits zu Ende. Nach dem etwas enttäuschenden Ergebnis vom Dienstag, wollten Peter und Karin Maier noch einmal in der Senioren II A-Klasse ihr Können zeigen. Im Unterschied zur Veranstaltung am Dienstag waren hier nur A-Klasse Paare berechtigt, bei denen beide Partner nach 1963 geboren wurden. Somit war die Teilnehmerzahl mit 87 Paaren deutlich geringer. Gleich zu Beginn im Langsamen Walzer konnten sich die Murrtaler gut präsentieren, trotz der etwas engen Platzverhältnisse im Hegelsaal. Im Tango begann das Backnanger Paar wiederum sehr überzeugend, ließ sich aber durch leichte Kollisionen aus dem Rhythmus bringen. Im Wiener Walzer wurde auch deutlich, dass das Niveau in der SEN II A etwas stärker war, als in der SEN III Klasse. Im Wiener Walzer kam das TSG Paar gut in Schwung, hatte aber nach der ersten Runde etwas Taktprobleme. Auch der Slowfox verlief nicht Reibungsfrei. Die normalerweise harmonischen und raumgreifenden Bewegungen des Slowfox vielen dem Ehepaar Maier sichtlich schwer. Im abschließenden Quickstep ging es wieder eng zu, wodurch es immer wieder zu Zusammenstößen kam, die nicht nur das TSG Paar aus dem Rhythmus brachte. Auch in diesem Wettbewerb mussten Peter und Karin Maier nach der Vorrunde das Turnier beenden. Sie erreichten unter 87 Paaren den 78.Platz. Trotz allem war das TSG Paar zufrieden und hatte viel Spaß, bei diesem Großturnier zu tanzen. Auf einen Start bei den GOC verzichten mussten Birgit und Manfred Haerer. Zwar sind beide nach der vor drei Wochen erfolgten Operation von Birgit Haerer bereits wieder im Training, allerdings wäre ein Start zu früh und zu riskant gewesen. Trotzdem waren beide natürlich vor Ort um ihre Mitstreiter zu begutachten, auf die sie Ende August beim Abschlußturnier der Golden Masters Serie treffen werden. Dennoch gab es auch etwas Erfreuliches aus Backnanger Sicht. Die früheren Backnanger Trainer Simon Reuter und Julia Niemann konnten nach dem Wechsel zu den Professionals mit einem guten 9.-10.Platz das Professionals World Series Standard Turnier am Mittwoch beenden. Ihr Ziel verpassten die Beiden dennoch knapp. Die für Stuttgart startenden wollten eigentlich als zweitbestes Deutsches Paar dieses Turnier beenden. Mit dem Aus nach dem Semifinale zeigten sich Reuter/Niemann dennoch zufrieden. „Wir haben ein halbes Jahr kein Turnier getanzt und waren nervös, nun haben wir aber von allen Seiten ein gutes Feedback erhalten und wissen jetzt, woran wir noch arbeiten müssen“, so Simon Reuter. Sieger wurde der amtierende Weltmeister Mirko Gozzoli mit Alessia Betti. Auf dem zweiten Platz landete der derzeitige Amateurweltmeister Domenico Soale mit Gioia Cerasoli. Besser erging es Reuter/Niemand am nächsten Tag bei den GOC Professionals Rising Star Standard. Bei einer Rising Star Veranstaltung bekommen gezielt junge Paare eine Chance sich einen Namen zu machen. Von Spanien bis Japan fanden sich hierfür 21 junge Profipaare ein. Nach zwei sehr guten Runden landeten die beiden früheren Backnanger Trainer deutlich im Finale. Hier zeigten sie noch einmal ihre Qualität. Am Ende belegten sie deutlich den zweiten Platz. Nur Daniele Pardini mit Paola Rosi aus Italien konnten sich vor die früheren Backnanger tanzen. Die gezeigte Leistung von Reuter/Niemann unterstreicht deutlich die Zugehörigkeit zum Profilager. Das Paar hat sich nun für die Zukunft vermehrt Nationale Turniere vorgenommen, um noch weiter nach vorne zu kommen. Denn als neues Paar ist es besonders schwierig sich zu behaupten. Dies wird dem jungen und motivierten Paar dennoch mit Sicherheit gelingen.
   
    Christian Breiner - 18.08.2008


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