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Verpflichtung von Top Trainer Trembo

(cb) Durch die Verpflichtung von Rolandas Trembo wird die tänzerische Ausbildung bei der TSG Backnang in der Einzelsektion weiter verbessert. Allerdings wird Trembo nicht nur als Einzeltrainer agieren. Auch die bereits bestehende Zusammenarbeit mit den A-Team Trainern soll weiter ausgebaut werden.
   
Seit der Kindheit ist der Ex-Litauer ein sehr begeisterter Tänzer. Bereits in seiner Heimat übte er neben seinem Studium in Chemie einige Trainerämter aus. Diese ergaben sich aber rein Zufällig. Trembo wollte damals nie ein hauptberuflicher Trainer werden, sein Ziel war die Promotion in Chemie. Dank eines Stipendiums und guten Leistungen konnte er sich aber mehr auf sein Hobby konzentrieren. Bereits in jungen Jahren gelang ihm somit der Litauische Meistertitel. Durch seine guten tänzerischen Leistungen wurde er immer wieder von befreundeten Paaren um Rat geben. „So wächst man dann langsam in eine Trainerrolle“, erklärt Trembo. Dies störte ihn aber nie. In begeistert die Zusammenarbeit mit jungen Menschen enorm. Aus diesem Grund entschied er sich zahlreiche Kindergruppen zu leiten. Viele von diesen Kindern brachten es zu großartigen Tänzern. „Einen Paar wurde sogar Weltmeister“, schwärmt Trembo. Durch politische Unruhen in seinem Heimatland verschlug es ihn 1991 nach Deutschland. Ohne irgendwelche sprachlichen Vorkenntnisse gelang es ihm trotzdem sich in kürzester Zeit gut zu integrieren. Neugierig und sehr lernbereit schaffte er es bereits nach wenigen Monaten die Deutsche Sprache zu beherrschen und konnte so nach einer Prüfung sein Studium in Chemie fortsetzen. Auch die Trainerausbildung nahm er weiter ins Visier und fing 1995 mit der ersten Trainerlizenz an. Nachdem er allerdings mit seiner aktiven Tanzkariere in Litauen bereits abgeschlossen hatte, packte ihn in Deutschland wieder die Lust. So gelang es Trembo noch einige Erfolge für sich zu verzeichnen. Neben zahlreichen Semi-Finale und Final Teilnahmen an der Deutschen Meisterschaft, IDSF Internationalen Turnieren und Europa- sowie Weltmeisterschaften, beendete Trembo 2002 seine aktive Laufbahn endgültig. Zu dieser Zeit übernahm er auch die Deutsche Staatsbürgerschaft. „Ich bin stolz ein Deutscher zu sein“, meint er strahlend. Durch ein gutes Gemeinschaftsgefühl beim Tanzen habe er sich in Deutschland immer heimisch gefühlt. Weitere fünf Jahre benötigte er um 2007 die höchste Trainerlizenz die so genannt A-Lizenz zu erhalten. Der Erwerb dieser Lizenz dauerte somit 12 Jahre. Diese Zeit ist durchaus normal, da nach jeder Zwischenlizenz eine Erfahrungspause vorgeschrieben ist. Nicht nur die lange Ausbildungsdauer sondern auch die enormen tänzerischen Anforderungen machen diese Lizenz zu etwas ganz Besondern. Nicht viele Trainer können diese vorweisen. Somit kann sich die TSG glücklich schätzen neben Fikret Bilge und Anita Pocz einen weiteren A-Lizenz Trainer verpflichten zu können. Als Trainer bevorzugt Trembo natürlich Latein. Der Grund hierfür ist simpel. „Standard hat mich nie gefordert, ich empfand es also eher als langweilig“, erzählt der 38-jährige schmunzelnd. Außerdem begeistere ihn die Körperbewegungen, die Arbeit mit jungen Menschen, die Koordination, all dies ist seiner Meinung nach beim Lateintanzen viel mehr vorhanden als beim Standard. Üben tut der neue Trainer übrigens mit A-Team Trainerin Anita Pocz. Auch hier ist für die beiden Lateintanzen interessanter. Dies könnte aber auch durch die enge Zusammenarbeit mit Trembo bei der A Lateinformation der Backnanger kommen. In einem gesonderten Techniktraining versucht er den Tänzer und Tänzerinnen des A-Teams spezielle Stücke technisch verfeinert beizubringen. Diese Unterstützung schätzen vor allem die beiden Haupttrainer des A-Teams Bilge und Pocz. Aber Trempo hilft nicht nur technisch, auch Erfahrungen seiner eigenen Formationslaufbahn bringt er gerne ein. Denn auch hier war er sehr erfolgreich. Mit Litauen wurde Trempo mehrfacher sowjetischer Meister der Formationen. „Leider waren die Grenzen damals noch nicht offen und wir durften nicht zu Europa- und Weltmeisterschaften“, bedauert Trempo. Ihn freut die Zusammenarbeit mit den anderen Trainern sehr. Denn zwischen den drei Trainern passt es einfach. Jeder spricht mit jedem und jeder gibt seine Meinung zur Diskussion. Begeistert ist er vor allem von Bilge. „Fikret Bilge weiß wie kein Zweiter, was eine Formation braucht“, so Trembo. Die Zusammenarbeit beschreibt Trembo gerne als ein „Kunstwerk“, denn aus vielen Mosaikstücken entwickelt sich ein perfektes Gesamtbild. Dies zeigen die bereits erreichen Erfolge am Besten. Aber dass sich niemand auf diesen Erfolgen ausruht macht der neue Einzeltrainer gleich klar. Sein Vorgehen im Einzel sowie im zusätzlichen A-Team Techniktraining ist generell das gleiche. Erst werden die einzelnen Tänzer beobachtet. Denn das wichtigste ist es die Schwächen und Stärken der Tänzer zu kennen, erklärt Trembo. Wichtig für ihn ist auch, dass das ursprüngliche Tanzen nicht vernachlässigt wird und so beschreibt er sich als Verfechter von Tanztraditionen. Dieser Grundaufbau beinhaltet auch einige Ballett Element. In den nächsten Wochen und Monaten möchte er zusätzlich den Einzelpaaren in Backnang ein Grundverständnis über Körpermechanik, Muskelspiel, Schnelligkeit, Gleichgewicht und Balance verschaffen. Denn nur wenn man weiß was man macht, kann aus etwas Falschen etwas Richtiges werden. Zurzeit erfreut sich Trembo an bis zu 40 Teilnehmern pro Trainingsstunde. Sein Ziel besteht darin diese Paar alle „Turnierfit“ zu machen. Denn gerade ein Turnier ist für junge Menschen wichtig, denn dort entwickeln sie sich persönlich. Die Anerkennung von Außen steigert das Selbstbewusstsein. Aber auch die reine Trainingsanwesenheit freut Trembo. „Diese Jugendlichen zeigen einen enormen Ehrgeiz. Trainieren fünfmal die Woche. So jemand lümmelt nicht irgendwo herum oder sitz alleine vor dem PC.“, erklärt der neue Einzeltrainer. Er möchte den Jugendlichen gerade diese Werte vermitteln. Diese gehören zwar nicht zu einer tänzerischen Ausbildung, allerdings zur sozialen Aufgabe eines Vereins. Außerdem ist sich Trembo sicher, dass er es ohne diese Hilfe damals selber nicht zu dem geschafft hätte, was er heute ist. Von seinen Tanzschülern wird er scherzhaft auch der „Tanzprediger“ genannt. Hintergrund ist, dass er das Technikbuch als Bibel des Tanzens beschreibt. Aber dies ist nur der offensichtlichste Grund. Weitere gibt es zu Haufen. Trembo schafft es jeden Einzelnen zu motivieren, geht auf Fragen gerne ein und sieht auch die soziale Verantwortung eines Vereins. Allerdings gibt es auch Situationen in denen er sauer werden kann. Diese sind zum Beispiel, „wenn jemand durch seine undisziplinierte Art die Leistung der anderen gefährdet“, so Trembo. Abschließend lässt sich noch feststellen, dass der sympathische neue Trainer sich eher als Kumpel und Freund sieht. Denn Tanzen muss Spaß machen und deshalb fühlt er sich als Trainer in Backnang auch so wohl.
   
    Christian Breiner - 13.03.2008


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